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Anita Ammersfeld
Ausführliche Biographie
Anita Ammersfeld, geboren in Wien, studierte am Royal Conservatory of Toronto in Kanada und an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien.
Sie debütierte als Cherubin in der "Hochzeit des Figaro" an der Wiener Volksoper damals als jüngstes Mitglied des Ensembles. 1979 wechselte sie das Fach von Opernsoubrette zum lyrischen Sopran. Ammersfelds Engagements erstrecken sich von der Volksoper Wien zu den Opernhäusern und Theatern in Zürich, Mainz, München, Luzern, Würzburg, Wiesbaden, Braunschweig, Augsburg, Mannheim, St. Gallen, Graz, oder Klagenfurt - um nur einige zu nennen.
Ihre Vielseitigkeit reicht über die Opern- und Operettenliteratur hinaus. Sie etablierte sich als Konzert-interpretin in Österreich, Deutschland und Frankreich und ist einem breiteren Publikum durch zahlreiche Fernseh-sendungen im In- und Ausland, von Österreich bis Belgien bekannt. Ihr umfassendes Repertoire, von Oper und Operette bis zu den Klassikern der jüdischen Musik und dem Chanson findet sich auch auf Schallplattenaufnahmen für CBS, Preiser Records und AEJ Music. Im Sommer 2002 bewies Anita Ammersfeld ihre Vielseitigkeit und spielte erstmals in einem Sprechstück - in „Drunter und Drüber", einer Komödie von Georges Feydeau, inszeniert von Intendant Felix Dvorak im Rahmen der Sommerfestspiele Berndorf, 2003 folgte „Paris ist eine Reise wert" im Stadttheater Mödling, 2004 „Frühere Verhältnisse" bei den Nestroy-Festspielen auf Burg Liechtenstein mit Elfriede Ott und Fritz Muliar. Diese Produktionen fanden im Rahmen des Niederösterreichischen Theatersommer statt.
Über ihre Karriere als Sängerin und Schauspielerin hinaus begann Ammersfeld 1988 ihre Tätigkeit als Produzentin. Sie gründete das Musikforum Ammersfeld und leistete Pionierarbeit vor allem im Bereich der jüdischen und jiddischen Musik, der auch Teil ihrer persönlichen Identität ist. Thematische Schwerpunkte sind vor allem jüdische Themen und große jüdische Künstler der Zwischen- und Nachkriegszeit. Mit den Musikforum-Produktionen spannte Anita Ammersfeld den Bogen von Kabarett und musikalischer Satire über Chanson und Schauspiel bis zur Operette, erzählt Geschichten über deren Komponisten und Interpreten. Damit schloß sie die Lücke zwischen Unterhaltung und Information, weckte Erinnerungen, Assoziationen und Emotionen.
Viele Werke, die schon beinahe in Vergessenheit geraten sind, wurden durch Musikforum-Produktionen als wesentlicher Bestandteil der musikalischen Tradition und Unterhaltung wieder lebendig, so zum Beispiel „Das Schtetl" (1995), „Oj, wie entfernt" (1996), „Uj jessas, nur net schlag'n" mit Gerhard Bronner (1997). Mit den musikalischen Satiren „Eine schrecklich nette Mischpoche" (1999) und „Anonyme Jüdische Mütter" (2001) wurde die Brücke zwischen Unterhaltung und hohem künstlerischen Niveau geschlagen. „Von bis nach seit. Hommage an Erich Fried" (2002) und „Ich liebe dich nicht. Kurt Weill. Sein Leben. Seine Liebe. Seine Musik" (2002), stellten große jüdische Künstler und ihr Werk mit geschichtlichem und biographischem Hintergrund dar. Ihre Eigenproduktionen führten sie in die österreichischen Bundesländer und nach Prag, Berlin, Luxemburg, Jerusalem, bis in die Arabischen Emirate.
Unter ihrer Leitung präsentiert das stadtTheater gehobenes musikalisches Theater, Kabarett und intelligente, gesellschaftskritische und oft politisch-satirische Stücke auf hohem Niveau. Die Eigenproduktionen umfassen in erster Linie Uraufführungen oder österreichischen Erstaufführungen. Mittlerweile nimmt das stadtTheater einen festen Platz in der Wiener Theaterlandschaft ein. 2006 hob sich erstmals der Vorhang auch für Anita Ammersfeld auf ihrer Bühne mit der Eigenproduktion und Uraufführung "Heimat, Sweet Heimat", eine Musikrevue, die ihr der Schweizer Erfolgsautor Charles Lewinsky für das stadtTheater geschrieben hat. Darin spielte sie die Rolle der Frau Schramek, einer jüdischen Emigrantin aus Wien, die im New York der 40er Jahre ein Wiener Cafehaus betreibt. Im Oktober 2009 spielt sie an der Seite von Hannes Gastinger in dem 2-Personen-Stück "Kleine Eheverbrechen" von Eric-Emmanuel Schmitt im stadtTheater walfischgasse. Anita Ammersfeld ist verheiratet mit dem Unternehmer Erwin Javor und Mutter eines gemeinsamen Sohnes Daniel.
In Anerkennung ihrer zahlreichen Konzerte im Ausland, sowie für ihre Verdienste und ihren Beitrag zur Förderung des Verständnisses der jüdischen Kultur verlieh ihr der Bundespräsident 1995 das Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst der Republik Österreich. 2002 wurde ihr von Kulturstadtrat Dr. Mailath-Pokorny das Goldene Verdienstzeichen des Landes Wien verliehen. 2008 wurde sie für Ihre Verdienste in der Wiener Kultur- und Freizeitwirtschaft von der Wirtschaftkammer Österreich geehrt. |
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